Schwimmen als gesellschaftliche Verpflichtung verstehen

SchwimmGut

Der Sommer steht kurz bevor und die ersten Freibäder haben geöffnet. Seen und Bäder laden dazu ein, Spaß zu haben und die freie Zeit im und am Wasser zu genießen. Leider können aber immer weniger Kinder, Jugendliche  und mittlerweile auch Erwachsene sich diesen Lebensraum erschließen. Sie können nicht oder nur schlecht Schwimmen.

Ein Trend, dem nichts Positives abzugewinnen ist und der sich seit vielen Jahren verstärkt. Aktuelle Studien und Befragungen zeigen auf, dass über die Hälfte der Kinder nach der Grundschulzeit keine sicheren Schwimmer mehr sind.  Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig und finden sich sowohl im familiären als auch im schulischen und gesellschaftlichen Bereich. Der Mangel an für den Schwimmunterricht geeigneter Wasserfläche und der häufige Ausfall des Sport- und Schwimmunterrichtes in der Schule sind sicherlich zwei der Hauptursachen, für die nachlassende Schwimmfähigkeit in der Bevölkerung. Nach einer aktuellen Umfrage der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft haben in der Altersklasse von 14-29 Jahren nur noch 36 % das Schwimmen in der Grundschule gelernt.

Dieser gefährlichen Entwicklung kann ein Land wie Deutschland nicht tatenlos zusehen. Schwimmen ist mehr als nur Sport. Schwimmen zu können bedeutet, sich ein neues Element zu erobern, die eigene Lebensqualität und Gesundheit zu fördern und somit auch ein neues, positives Lebensgefühl zu erfahren. Und letztlich heißt Schwimmen zu können auch sich nicht unnötiger (Lebens-)Gefahr auszusetzen.

In der Kooperationsgemeinschaft SchwimmGut haben sich neun Schwimmverbände zusammengeschlossenen, um dem Trend der steigenden Nichtschwimmerzahlen entgegen zu wirken. Gemeinsam mit der AOK Nordost und dem Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie (BSI) unterstützt SchwimmGut qualitativ hochwertige Schwimmlernangebote durch gemeinsame Qualitätsstandards und die Vergabe eines Qualitätssiegels.

Hierzu zählt auch, den Vereinen und Ausbildern Konzeptionen an die Hand zu geben, welche eine strukturierte, modulare Ausbildung effizient unterstützen und den Schwimmlehrern die Möglichkeit gibt, ihren Unterricht individuell anzupassen.

Neben der weiteren konzeptionellen und organisatorischen Unterstützung der Schwimmvereine, muss es wieder als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden, den Rahmen für eine umfassende Schwimmausbildung zu setzen. Den von der Kultusministerkonferenz unterstellten gesellschaftlichen Konsens, dass alle Kinder schwimmen lernen sollen unterstützen die AOK Nordost, der BSI und die SchwimmGut-Initiative. Neben den von dieser Seite getragenen Aktivtäten gilt es vor allem gesamtgesellschaftlich eine zukunftsorientierte Bäderpolitik und eine adäquate Qualifizierung der Lehrer in den Schulen auf den Weg zu bringen.

 

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